Studie: Neun Millionen Menschen erleben Diskriminierung

Mehr als 13 Prozent der Menschen in Deutschland haben in den letzten 12 Monaten Diskriminierung erfahren – umgerechnet auf die erwachsene Bevölkerung sind das rund neun Millionen Menschen. Besonders von Diskriminierung betroffen: Menschen mit Zuwanderungsgeschichte, Muslime, Frauen und Menschen mit Behinderungen. Das zeigen Daten aus der Hauptbefragung des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP), die die Lebensbedingungen in Deutschland untersucht hat. Dazu wurden 2023 rund 30.000 Menschen befragt, die Auswertung liegt nun vor.

Diskriminierung findet in nahezu allen Lebensbereichen statt, aber besonders oft im öffentlichen Raum, beim Zugang zu Gütern und Dienstleistungen, im Arbeitsleben, im Gesundheits- und Pflegebereich oder in der Schule. So berichtet fast jede fünfte Person von Benachteiligungen durch Ämter, Behörden oder Polizei. Auch Personen, die ihre Angehörigen pflegen oder Kinder betreuen, sind besonders gefährdet, diskriminiert zu werden.

Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit berichten mit einer Wahrscheinlichkeit von 17,0 Prozent von Diskriminierungserfahrungen (zum Vergleich: Bei Menschen ohne Behinderung klagen hingegen nur 10,5 Prozent über Diskriminierung.) Das erhöhte Diskriminierungsrisiko von Menschen mit Behinderung oder chronischer Krankheit ist problematisch, weil sie besonders auf medizinische Versorgung und Gesundheits- und Pflegeleistungen angewiesen sind.

„Die Ergebnisse der Umfrage sind ein klarer Auftrag an Politik und Gesellschaft. Denn nun wissen wir ganz eindeutig: Diskriminierung ist keine Randerscheinung, sondern ein Kernproblem. Das Ausmaß an Diskriminierung ist eine Belastungsprobe für unser Land. Eine Gesellschaft, in der sich Millionen Menschen als Bürger*innen zweiter Klasse fühlen, ist instabil und anfällig“, sagte Ferda Ataman, Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung.

Antidiskriminierungsstelle – Homepage – Größte Repräsentativbefragung zu Benachteiligung: Neun Millionen Menschen erleben Diskriminierung


Diskriminierung in Deutschland – Neue Umfrage von 2025/2026

Am 28. Februar 2026 ist die aktuelle Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen in Deutschland zu Ende gegangen. Insgesamt haben mehr als 35.000 Personen an der Umfrage teilgenommen. Die Studie soll im kommenden Jahr veröffentlicht werden.

Wer die Auswertung der Studie nicht verpassen möchte, kann sich hier per Email anmelden:
Die Umfrage zu Diskriminierung in Deutschland – Deine Erfahrung zählt!


Fast jeder vierte Mensch in Deutschland hat eine amtlich anerkannte Schwerbehinderung oder lebt mit einer chronischen Krankheit, die im Alltag seit längerer Zeit zu erheblichen Einschränkungen führt. Statistisch genau erfasst werden nur Menschen mit einer amtlich anerkannten Schwerbehinderung. Ende 2023 waren dies nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 7,9 Millionen Menschen, das heißt 9,4 Prozent der gesamten Bevölkerung. Dies sind aber nur Personen, denen von den Versorgungsämtern ein Grad der Behinderung von 50 und mehr zuerkannt wurde. 90 % der schweren Behinderungen wurden durch eine Krankheit verursacht, rund 3 % der Behinderungen waren angeboren oder traten im ersten Lebensjahr auf. Nur knapp 1 % der Behinderungen waren auf einen Unfall oder eine Berufskrankheit zurückzuführen.


Quelle: Antidiskriminierungsstelle – Publikationen – Diskriminierungserfahrungen in Deutschland – Ergebnisse der Repräsentativ- und der Betroffenenbefragung

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