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Es geht uns alle an: Wachsam sein für Menschlichkeit!

Gepostet in Allgemein, Pinnwand, und Politik

Antwort des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Landesverband Berlin e. V. auf die Kleine Anfrage der AfD im Deutschen Bundestag zur Schwerbehinderung in Deutschland:

Sozial- und Behindertenverbände sagen „Nein“ zu jeglicher Abwertung von Menschen mit Behinderung und gegen Rassismus

Wir sind entsetzt über die Anfrage der AfD im Deutschen Bundestag zur Schwerbehinderung in Deutschland. Die Fraktion der AfD erkundigt sich vordergründig nach der Zahl behinderter Menschen in Deutschland, suggeriert dabei jedoch in bösartiger Weise einen abwegigen Zusammenhang von Inzucht, behinderten Kindern und Migrantinnen und Migranten.

Es vermittelt sich darüber hinaus die Grundhaltung, Behinderung sei ein zu vermeidendes Übel. Die Anfrage der AfD-Fraktion erinnert damit an die dunkelsten Zeiten der deutschen Geschichte, in denen Menschen mit Behinderung das Lebensrecht aberkannt wurde und sie zu Hunderttausenden Opfer des Nationalsozialismus wurden.

Wir rufen die Bevölkerung auf, wachsam zu sein und sich entschlossen gegen diese unerträgliche Menschen- und Lebensfeindlichkeit zu stellen. Wir sagen „Nein“ zu jeder Abwertung von Menschen mit Behinderung und zu jeglicher Form des Rassismus. Ideologien der Ungleichwertigkeit menschlichen Lebens haben keinen Platz in diesem Land.

Hier geht es zur Website des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Landesverband Berlin e. V.

 

Reaktion des Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats:

Ethikrat-Chef empört über AfD-Anfrage zu Menschen mit Behinderung

Sehr geehrte Damen und Herren,

der Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Professor Dr. Peter Dabrock, hat sich empört über eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion zum Thema „Schwerbehinderte in Deutschland“ gezeigt. „Es ist erschütternd und völlig inakzeptabel, dass in einer Anfrage im Deutschen Bundestag erkennbar im Subtext vermittelt wird: Die Zunahme von Behinderung ist ein gesellschaftliches Übel, sagte der Erlanger Theologe.

Die Autoren der Anfrage bewegten sich damit wieder „bewusst an der Grenze rechtsextremistischen Vokabulars. Jeder, der es will oder kann, soll darin Lebenswerturteile erkennen“, fügte Dabrock hinzu. „Allen Menschen, die behindert sind, allen Menschen, die eine Solidarität mit Menschen mit Behinderung haben, und auch allen Menschen, die aufgrund von Alter oder Krankheit Sorge haben, bald selbst behindert zu werden, sollte klar und deutlich sein, aus welchem dunklen Geist solche Anfragen kommen.“ Dass die Anfrage zudem einen erkennbar abstrusen Zusammenhang zur Migrationsfrage aufbaue, toppe das Ganze im negativen Sinne.

In der Anfrage fragen die AfD-Abgeordneten unter anderem, wie sich die Zahl der Behinderten seit 2012 entwickelt habe, insbesondere die, die durch Heirat innerhalb der Familie entstanden seien. In einer weiteren Frage will die Fraktion wissen, wie viele Fälle der durch Heirat in der Familie entstandenen Behinderungen einen Migrationshintergrund haben.

Im Vorwort zu der Anfrage heißt es unter anderem: „Behinderungen entstehen unter anderem durch Heiraten innerhalb der Familie.“ Zudem wird behauptet, dass eine britische Studie zu dem Schluss gekommen sei, dass „60 Prozent der Todesfälle und Erkrankungen betroffener Kinder hätten vermieden werden können, wenn die Inzucht beendet würde'“. Wissen will die AfD-Fraktion auch, wie viele der in der Bundesrepublik lebenden Schwerbehinderten keine deutsche Staatsbürgerschaft besitzen.

Weitere Reaktionen:

http://www.sr.de/sr/home/nachrichten/politik_wirtschaft/afd_antrag_foerderschulen_empoerung_auesserung_kranke_normale_kinder100.html

https://www.spdfraktion.de/presse/pressemitteilungen/afd-stellt-menschenverachtende-kleine-anfrage-schwerbehinderten

https://kobinet-nachrichten.org/de/1/nachrichten/37902/Lebenshilfe-Schleswig-Holstein-zur-Kleinen-Anfrage-der-AfD-Bundestagsfraktion.htm